Open-Air im KMB



Szenen aus Henrik Ibsens „Peer Gynt“,
inszeniert von Regiestudierenden der HfM Hanns Eisler.

In der Regie von Milena Wilke, Kerem Hillel, Max Nattkämper und Carlo Wilfart wirken Gesangstudierende der Hochschule für Musik Hanns Eisler und externe Studierende und Schauspielende mit. Die Produktionsleitung hat Prof. Claus Unzen.

Regiestudierende müssen üben, mit Gesang- und Schauspielstudierenden szenisch zuarbeiten.
In diesem Sommersemester 2021 war das Thema der „Regieübungen“ des 2. Semester Bachelor Regie „Peer Gynt“. In längerer inhaltlich-analytischer Vorarbeit haben sich die Studierenden dem Stoff genähert und nach und nach konzeptionelle Ideen für eine Umsetzung entworfen. Eine Fassung mit Ausschnitten aus dem umfangreichen poetischen Gebilde von Henrik Ibsen war die Grundlage der Auseinandersetzung. So ist eine Szenenfolge entstanden, in die musikalische Einlagen integriert sind und die nun im Garten des Keramik-Museums als Abschluss des Sommersemesters in Zusammenarbeit mit Gesang- und Schauspielstudierenden gezeigt wird. Der lauschige Ort und die dort vorhandene Intimität bietet die wohl ideale Open Air-Kulisse, um die Reise und Persönlichkeitssuche eines „Peer Gynt“ darstellen und erleben zu können.

Aufführungen am 23. und 24. September 2021 jeweils 18:00 bis 20:00 Uhr
im Keramik-Museum Berlin, Schustehrusstraße 13  in 10585 Berlin-Charlottenburg

Für die Besucher der Vorstellung ist das Museum ab 17 Uhr geöffnet und bietet so die Möglichkeit, sich vor der Aufführung die beiden aktuellen Sonderausstellungen anzuschauen)

Eintritt: 10 Euro, ermäßig 5 Euro
(Ermäßigt für Mitglieder des Fördervereins KMB
und Studierende der HfM Hanns Eisler)

Begrenzte Kartenreservierungen bis 20. September 2021 unter:
keramikmuseumpeergynt@posteo.de oder
Telefon: 0179 – 2121836 – Montag, Mittwoch, Freitag 12-14 Uhr
Bei der Reservierung bitte Aufführungsdatum, Name, Mailadresse und
Telefonnummer angeben! Zahlung bei Eintritt!
Es gelten die üblichen Masken- bzw. Hygieneregeln.

Klaus Dittrich zum 80. Geburtstag

Kabinettausstellung vom 15. August bis 1. November 2021
(70 Objekte)

Klaus Dittrich nennt sich selbst einen „lupenreinen“ Autodidakten auf künstlerischen Feldern in der Freizeit neben der Berufsausübung.

Hier sein Werdegang:
Klaus Dittrich ist durch sein Elternhaus und den Bad Liebenwerdaer Zeichenlehrer Michael Müller für die Bildenden Künste interessiert worden. In Hohenleipisch hat er die Töpferwerkstatt Freigang mehrfach besucht und war an der Oberschule in Elsterwerda Mitschüler von Frank Freigang, der beim internationalen Keramikwettbewerb in Faenza 1965 mit einer Goldmedaille und 1966 mit einem Ehrendiplom ausgezeichnet wurde.

Gegen Ende seines Physikstudiums in Dresden 1965/66 fand Klaus Dittrich Muße und Gelegenheit, sich mit den künstlerischen Techniken Malen und Zeichnen, Druckgrafik und Keramik zu beschäftigen. Dreimal in der Woche besuchte er abends Zirkel des Bildnerischen Volksschaffens im Volkspark Großer Garten, angeleitet von professionellen Künstlern.

Für einige Jahre war Otto-Gerd Müller vom DEFA Puppentrickstudio in Dresden sein künstlerischer Berater und Freund, nachdem er ein Jahr lang dessen Keramikzirkel besucht hatte. Später absolvierte er bei ihm die Spezialschule für Leiter im Bildnerischen Volksschaffen, Sparte Keramik. An seinem ersten beruflichen Arbeitsort Riesa gründete er 1967 am Klubhaus der Gewerkschaften „Joliot Curie“ des Stahl- und Walzwerkes Riesa wegen des großen Zuspruchs gleich zwei Keramikzirkel. 1973 nach der Übersiedlung nach Berlin rief er nochmals zwei Zirkel für Keramik im Studio Bildende Kunst Köpenick ins Leben mit vollständiger Verantwortung für die technischen Voraussetzungen, Materialbeschaffung, Verbesserung der Existenzbedingungen und künstlerische Anleitung. So konnten sich jeweils 25 Zirkelmitglieder im Nachmittags- und im Abendzirkel – ob Schüler, Werktätige oder Rentner – das ganze Jahr über schöpferisch betätigen. Klaus Dittrich bekam fünfmal sogenannte gesellschaftliche Aufträge, um mit wenigen ausgewählten Zirkelteilnehmern Wandgestaltungen, z.B. für Kinderkrippe- Kindergarteneinrichtungen, auszuführen. 1978 erhielt er zusammen mit Brigitte Schulze für die Wandgestaltung im Kindergarten „Alfred Jung“ in Berlin-Lichtenberg eine Goldmedaille bei den Arbeiterfestspielen in Suhl.

Die umfangreichste Kollektivarbeit war die Außenwandgestaltung für den Kindergarten der KWV Köpenick, die er gemeinsam mit Jürgen und Renate Kaselow und Margret Mollwo ausgeführt hat. Mit der Thematik „Eine Wiese zum Anschauen und Anfassen“ ist eine 14 m lange maurermäßig eingeputzte Wandkeramik entworfen und ausgeführt worden, die am 1. Juni 1987 pünktlich zum Tag des Kindes übergeben werden konnte. Corona bedingt nur bis zum Frühjahr 2020 – also 47 Jahre lang – befassten sich die ehemaligen Zirkelmitglieder (auch noch Gründungsmitglieder!) in Volkshochschulkursen der VHS Treptow-Köpenick unter der Anleitung von Herrn Dittrich mit Keramik.

Angeregt durch die Arbeiten des befreundeten ungarischen Berufskerami-kers Geza Meszaros in Budapest – ein Schüler von Margit Kovacs – wurde im eigenen künstlerischen Schaffen der keramische Teller zum gestalte-rischen Schwerpunkt. Dabei bilden Tellerfläche und -form die Unterlage für grafische, malerische und plastische Vorhaben mit  keramischen Mitteln. Innerhalb der breiten Palette keramischer Gestaltungsmöglichkeiten fühlt er sich keiner Technik besonders verpflichtet. Ein anderes durchgängiges Vorhaben sind die Variationen einer Kugelvasenform, die auch stark figürlich verwendet worden ist.
Klaus Dittrich hat einige Tierformen vereinfacht gestaltet und in Gipsfor-men abgegossen, um auf diese Weise leicht zu Keramiken zu kommen, an denen verschiedene Glasurexperimente zu neuen Erfahrungen führen. Als Beispiel seien Mehrfach-Craquelés genannt.
In den vergangenen Jahren hat Klaus Dittrich mehrere Beiträge für das Internationale Keramikmagazin „Neue Keramik“ geschrieben. Er sagt: Die Keramik, analog zu den erdgeschichtlichen Vorgängen in der chemischen Küche Gottes, ist ein so unendliches Feld, dass ein Menschenleben nicht ausreicht, sich nicht als keramisches Baby zu fühlen.

Seit mehr als 23 Jahren befasst sich Klaus Dittrich in seiner Freizeit auch verstärkt mit dem Malen und Zeichnen. Dabei sind als Höhepunkte Studienreisen mit seinem Freund, dem Maler Wolf U. Friedrich aus Berlin-Köpenick, zu nennen, die eigens zum Zwecke des Entdeckens, Malens und Fotografierens vorwiegend in den Mittelmeerraum unternommen wurden.

In den vergangenen 17 Jahren hat sich Klaus Dittrich als Mitglied des Vereins Kunstwerkstatt Treptow e.V. nach Jahrzehnten der Pause wieder mit der Lithographie beschäftigt und weitere Erfahrungen mit diesem faszinierenden Flachdruckverfahren sammeln können.

1941  wird Klaus Dittrich in Lutherstadt Wittenberg geboren; 1953  Umzug mit der Familie nach Bad Liebenwerda; 1959  Abitur an der Oberschule in Elsterwerda; 1959 – 1961  Armeezeit; 1961 – 1966  Physikstudium an der TU Dresden; 1966 – 1971  Entwicklungsingenieur im Direktorat Forschung und Entwicklung des Stahl- und Walzwerkes Riesa; 1972 – 1990  Wissenschaft-licher Mitarbeiter der DEFA Zentralstelle für Filmtechnik in Berlin;
1991 – 2005  Mitarbeiter der Fa. ASTeX GmbH als Prüfingenieur und Facility Manager; seit 2006   im „bewegten“ Ruhestand